Sprachdiagnostik: die Situation

Eine fast alltägliche Situation in einem Kindergarten: Die Erzieherin eröffnet der Mutter, es sei nun doch bald mal ein Entwicklungsgespräch zu führen, sie habe da doch inzwischen schon einige Beobachtungen machen können. Das betreffe insbesondere die Sprachkompetenz des ihres gut drei Jahre alten Kindes.

Ein Entwicklungsgespräch? Welche Beobachtungen wird die Erzieherin gemacht haben? Wie wird sie die sprachliche Kommunikation beobachtet haben, zu welchen Rückschlüssen in Bezug auf den Stand der Sprachentwicklung wird sie gelangt sein? Welche sprachdiagnostische Kompetenz besitzt? Zu welchen Ergebnissen würde eine Diagnose ihrer diagnostischen Kompetenz führen? Was macht elementare sprachliche Bildung aus? Etwa das Talent, grammatisch korrekte Sätze der Schriftsprache bilden zu können? Schon gewisse Höflichkeitsformeln gebrauchen zu können? Schon über einen entwickelteren Wortschatz zu verfügen? In einem gewissen Maße schon gesprächsfähig zu sein? Nicht nur sprach-, sondern auch bildkompetent zu sein? Sich in Geschichten verwickeln lassen zu können?

Was macht elementare Sprachfähigkeit für Kindheitsforscher, Entwicklungsforscher Psychologen, Pädagogen, Linguisten aus? Welche diagnostische Kompetenz besitzen sie? Und welche vermitteln sie, zum Beispiel an der Fachschule, der Fachhochschule, der Universität? Was ist der Stand der sprach-, kognitons- und entwickungswissenschaftlicen Forschung, und was davon kommt im Kindergarten, der Kindertagesstätte, der Vorschule an? Wer Kompetenzen diagnostiziert, der orientiert sich dabei Standards; an welchen Bildungsstandards orientiert sich, wer elementare sprachliche Fähigkeiten beobachtet, beschreibt und beurteilt? Fragen über Fragen:

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